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Jun 18, 2026

Was sind die besten Fotospots in Grindelwald und am Bachalpsee?

Panoramablick über den türkisblauen Bachalpsee bei Grindelwald mit goldbraunen Alpwiesen im Vordergrund und der schneebedeckten Schreckhorngruppe am Horizont an einem wolkenlosen Tag
Über dem Nebel, unter den Gipfeln – der Bachalpsee an einem jener Tage, für die sich der frühe Start lohnt.

Ich spüre die Kälte sofort in den Fingern als ich in Grindelwald aus dem Auto steige. Dichter Nebel hängt über dem Dorf, die Strassenlampen vor dem Hotel Bernerhof werfen ein diffuses Licht auf den nassen Asphalt. Ehrlich gesagt habe ich in diesem Moment kurz gezweifelt, ob sich die Fahrt überhaupt lohnt. Doch genau dieser Nebel im Tal ist oft das Versprechen auf etwas Grossartiges weiter oben – und genau darum geht es in diesem Guide: wie du aus einem grauen Morgen in Grindelwald die schönsten Bilder deines Jahres machst, welche Spots am Bachalpsee wirklich etwas taugen und worauf es bei Licht, Brennweite und Bildkomposition ankommt.

Auf einen Blick

Top-Spot 1: Die Gondelfahrt zwischen Bort und Schreckfeld, wenn sich die Kabine über das Nebelmeer hebt. Am eindrücklichsten am frühen Vormittag bei einer Inversionswetterlage.
Top-Spot 2: Der Bachalpsee mit der Spiegelung von Wetterhorn, Schreckhorn und Finsteraarhorn. Am ruhigsten und klarsten kurz nach Sonnenaufgang, bevor die Tagesgäste eintreffen.
Top-Spot 3: Der First Cliff Walk by Tissot. Lohnt sich besonders am späten Nachmittag im Streiflicht, ist im Gondelticket bereits enthalten und kostet keinen Rappen extra.
Beste Tageszeit insgesamt: Mit der ersten Gondel hochfahren, den Bachalpsee am Vormittag geniessen und den Cliff Walk für den Rückweg am Nachmittag einplanen.
Ausrüstung in Kürze: Weitwinkel (16-35mm) für Nebelmeer und Panoramen, Telebrennweite (70-200mm) für komprimierte Gipfelaufnahmen, Polfilter und ein leichtes Reisestativ für die Spiegelung am See, mehrere Kleiderschichten wegen des grossen Temperaturunterschieds zwischen Tal und Berg.

Wie kommst du am besten von Grindelwald zum Bachalpsee?

Der Ausgangspunkt ist simpel: Grindelwald selbst ist gut mit dem Auto erreichbar, im Dorf gibt es mehrere Parkplätze in Gehdistanz zur Gondelstation. Von dort führt die Panoramagondel in drei Teilstrecken über Bort und Schreckfeld bis zur Bergstation First auf 2168 Metern, die ganze Fahrt dauert rund 25 Minuten. Genau in diesem Abschnitt zwischen Bort und Schreckfeld haben wir an unserem Tag das Nebelmeer durchstossen, das im Tal noch alles in Watte gepackt hatte.

Von First aus führt ein breiter, gut ausgebauter Wanderweg in rund 50 Minuten zum Bachalpsee auf 2265 Metern. Der Weg ist leicht zu gehen, mit moderaten Höhenunterschieden, und zieht sich durch goldbraune Alpwiesen mit immer wieder neuen Ausblicken auf die gegenüberliegende Bergkette. Wer Zeit für Fotostopps einplant, sollte für den Hinweg eher mit 70 bis 80 Minuten rechnen. Wir sind nach dem See noch ein Stück weiter Richtung Faulhorn aufgestiegen, bis zu einem ruhigen Hügel mit freier Sicht auf die schroffen Gipfel der Schreckhorngruppe, bevor wir denselben Weg zurück zum First genommen haben.

Welche Ausrüstung brauchst du für Grindelwald und den Bachalpsee?

Die Wanderung selbst ist technisch unkompliziert, fotografisch lohnt sich aber etwas Vorbereitung. Ein Weitwinkelobjektiv im Bereich 16 bis 35mm ist praktisch unverzichtbar, sowohl für die weite Nebelmeer-Szenerie aus der Gondel als auch für die offenen Panoramen am See. Für die Gipfel selbst lohnt sich eine Telebrennweite ab 70mm, damit du die Felsstrukturen von Wetterhorn und Schreckhorn komprimiert und mit mehr Bildwirkung einfangen kannst.

Für die klassische Spiegelung am Bachalpsee empfehle ich einen Polfilter, der Reflexionen auf dem Wasser kontrolliert und den Himmel kontrastreicher macht, sowie ein kompaktes Reisestativ. Bei wenig Wind reicht oft schon eine etwas längere Verschlusszeit, um die Wasseroberfläche zu glätten und die Bergspiegelung butterweich wirken zu lassen, wie ich es auch in meinem Beitrag zu ND-Filtern beschreibe. Ein Polfilter und ein leichter ND-Filter ergänzen sich hier ideal.

Was die Kleidung angeht, kann ich aus eigener Erfahrung nur warnen: Unten im Tal war es bei unserem Besuch bitterkalt, mit Nebel und Feuchtigkeit, die einem regelrecht in die Knochen zog. Oben auf First und am Bachalpsee, über der Nebelgrenze und in der Sonne, war es dagegen erstaunlich angenehm. Zieh dir also unbedingt mehrere Schichten an, die du unterwegs ablegen kannst, und nimm Handschuhe für die kalte Anfangsphase mit, auch wenn du sie später wieder einpackst.

Falls du eine Drohne mitnimmst: Der Bachalpsee liegt in einer Hochmoorlandschaft, für die unter Umständen besondere Schutzbestimmungen gelten können. Prüfe deshalb vor dem Start immer die aktuelle Drohnenkarte des BAZL, ob in diesem Gebiet Einschränkungen bestehen, und halte dich an die geltenden Regeln zur Sichtweite und Flughöhe.

Wo siehst du das berühmte Nebelmeer bei Grindelwald?

Das Nebelmeer ist eines dieser Phänomene, die im Berner Oberland im Herbst fast schon Programm sind: Kalte, feuchte Luft sammelt sich in den Tälern, während sich darüber bei Hochdruckwetter eine klare, trockene Schicht ausbreitet. Das Resultat ist genau das, was wir an diesem Morgen erlebt haben, als sich die Gondel langsam über die graue Wolkendecke hob und plötzlich gleissendes Sonnenlicht auf die Felswände des Wetterhorns fiel.

Du fragst dich, wann du dieses Schauspiel am ehesten zu sehen bekommst? Am wahrscheinlichsten ist es an klaren Herbst- oder Wintermorgen nach einer kühlen Nacht, am besten checkst du vorab eine Wetter-App mit Inversionsprognose. Fotografisch lohnt es sich, durch die grossen Panoramascheiben der Gondel zu fotografieren und dabei bewusst die Streben der Kabine oder die Silhouette anderer Gondeln als Vordergrundelement zu nutzen. Eine kurze Telebrennweite komprimiert die Nebelschicht und die dahinterliegenden Gipfel zu einem dichten, fast grafischen Bild, während ein Weitwinkel die schiere Weite der Szene einfängt.

Was erwartet dich an der Bergstation First?

Oben angekommen, ist die Bergstation First mehr als nur ein Umstiegspunkt. Das Bergrestaurant First liegt direkt an der Felskante mit Blick in ein tiefes Tal, das sich bis zum Gletscher hinaufzieht, und schon von der Terrasse aus lassen sich die ersten starken Kompositionen finden. Hier starten ausserdem die Wanderwege zum Bachalpsee, zur Bussalp und weiter zum Faulhorn, ausserdem die Adrenalin-Attraktionen First Flyer und First Glider für alle, die zwischendurch noch einen Adrenalinkick brauchen.

Wir haben an diesem Tag bewusst die Aussichtsplattform für den Rückweg aufgespart und sind gleich Richtung Bachalpsee weitergezogen, dazu aber später mehr.

Wo findest du die schönste Spiegelung am Bachalpsee?

Der Bachalpsee gilt nicht ohne Grund als eines der meistfotografierten Motive der Schweiz: Bei ruhigem Wasser spiegeln sich Wetterhorn, Schreckhorn und Finsteraarhorn nahezu perfekt auf der Seeoberfläche, eingerahmt von goldbraunen Moorwiesen. Für die klassische Aufnahme lohnt es sich, möglichst tief am Ufer zu knien und eine niedrige Kameraposition zu wählen, damit die Spiegelung die untere Bildhälfte füllt und die Gipfel in der oberen Hälfte als natürlicher Gegenpart wirken.

Du fragst dich, wann das Wasser am ruhigsten ist? Mein Tipp: Früher Morgen oder später Abend, wenn der thermische Wind noch nicht aufgekommen ist. Tagsüber bewegt häufig eine leichte Brise die Oberfläche, was die Spiegelung zerstört, dafür aber andere, abstraktere Kompositionen mit den vielen kleinen Moortümpeln rund um den See erlaubt, die ich persönlich fast genauso spannend finde wie das Hauptmotiv. Wer dem grössten Trubel entgehen möchte, kann ausserdem ein Stück am Ufer entlanggehen, weg vom Hauptweg, dort wird es überraschend schnell ruhig.

Lohnt sich eine Drohnenpause am Bachalpsee?

Für mich war genau das der Höhepunkt des Tages: Ein Stück oberhalb des Sees, an einer windgeschützten Stelle mit freier Sicht auf die Schreckhorngruppe, haben wir eine längere Pause eingelegt und die Drohne steigen lassen. Aus der Vogelperspektive zeigt sich erst richtig, wie der See in die Moorlandschaft eingebettet liegt und wie die kleinen Seitenarme und Tümpel das Hauptgewässer umrahmen. Gerade im Gegenlicht der Mittagssonne entstehen hier Aufnahmen, die mit klassischer Bodenfotografie kaum möglich sind.

Genau in dieser Pause haben wir übrigens auch die meisten netten Begegnungen des Tages gehabt: andere Fotografinnen und Wanderer, die ebenfalls eine Rast einlegten, kurze Gespräche über Equipment und die besten Aussichtspunkte, ein paar gegenseitige Fototipps. Das Bergpanorama lädt offenbar dazu ein, ins Gespräch zu kommen.

Lohnt sich der First Cliff Walk für Fotografen?

Anders als am Morgen sind wir auf dem Rückweg nicht direkt zur Gondel weitergegangen, sondern haben uns noch Zeit für den First Cliff Walk by Tissot genommen, bevor es talwärts ging. Der Steg ragt in mehreren Abschnitten über die Felskante hinaus und bietet einen fast schwindelerregenden Blick in die Tiefe, mit dem Gletschertal und den umliegenden Viertausendern als Hintergrund. Der Eintritt ist im Gondelticket inbegriffen, eine Reservation brauchst du nicht.

Fotografisch funktioniert der Cliff Walk besonders gut am späten Nachmittag, wenn die tiefstehende Sonne die Felsschichten der Klippe in warmes Licht taucht und die einzelnen Gesteinslagen hervortreten lässt. Ein Weitwinkel mit dem Steg als Führungslinie und Menschen als Grössenreferenz erzeugt ein eindrückliches Gefühl von Höhe, das die Stelle auch ohne grosse Nachbearbeitung dramatisch wirken lässt.

Welche Fotospots in Grindelwald und am Bachalpsee solltest du dir merken?

Nebelmeer-Blick
Lage: Gondelbahn zwischen den Stationen Bort und Schreckfeld
Beste Tageszeit: Früher Vormittag, idealerweise bei einer Inversionswetterlage
Besonderheit: Blick von oben auf die Nebeldecke im Tal, Gipfel der Wetterhorn-Gruppe im Gegenlicht

Bergrestaurant First
Lage: Bergstation First, 2168 m.ü.M.
Beste Tageszeit: Ganztägig, besonders reizvoll im Morgenlicht
Besonderheit: Ausgangspunkt der Wanderung, erste freie Sicht ins Gletschertal

Bachalpsee Spiegelblick
Lage: Nordufer des Bachalpsees, rund 50 Gehminuten von First
Beste Tageszeit: Früher Morgen oder später Abend für ruhiges Wasser
Besonderheit: Spiegelung von Wetterhorn, Schreckhorn und Finsteraarhorn

First Cliff Walk by Tissot
Lage: Direkt bei der Bergstation First
Beste Tageszeit: Später Nachmittag im Streiflicht
Besonderheit: Auskragender Steg über der Felskante, kostenlos mit dem Gondelticket

Was sind deine besten Tipps für deinen Besuch?

Starte möglichst mit einer der ersten Gondeln, der Weg zum Bachalpsee gehört zu den meistbegangenen Routen im Berner Oberland und füllt sich gegen Mittag deutlich. Prüfe am Vorabend die Wetterlage, eine klare Inversionsnacht ist die beste Voraussetzung für das Nebelmeer. Pack trotz sommerlicher Bilder am See immer eine warme Jacke ein, gerade im Herbst kann der Temperaturunterschied zwischen Tal und Berg beträchtlich sein. Und nimm dir Zeit für spontane Gespräche unterwegs, einige der schönsten Tipps zu Nebenpfaden und ruhigen Aussichtspunkten bekommst du ohnehin von anderen Wandernden vor Ort.

Wenn dir die Mischung aus Bergpanorama und Wasserspiegelung gefallen hat, lohnt sich ein Abstecher ins benachbarte Lauterbrunnental mit seinen unzähligen Wasserfällen, oder du nutzt Interlaken als Ausgangspunkt für weitere Touren in der Jungfrau-Region. Grindelwald und der Bachalpsee sind für mich jedenfalls ein klarer Beweis dafür, dass sich ein früher, kalter Start im Nebel fast immer lohnt, sobald man weiss, was einen darüber erwartet. ^^

Zwei goldbraune Alpenhügel rahmen den Blick auf die schneebedeckte Schreckhorngruppe mit Gletschern und schroffen Felswänden unter klarem blauem Himmel
Metallsteg des First Cliff Walk ragt über die Felskante hinaus, mit Wanderern auf dem Gipfelplateau und Bergpanorama im Hintergrund an einem sonnigen Herbsttag
Vertikaler Blick auf den First Cliff Walk und das Bergrestaurant First mit Schweizer Flagge auf einer Graskanzel, darüber das mächtige schneebedeckte Schreckhorn unter blauem Himmel
Ein Paar sitzt am Ufer des türkisblauen Bachalpsees und blickt auf das schneebedeckte, schroffe Bergkette unter wolkenlosem blauem Himmel
Zwei Wanderer mit Rucksäcken und Trekkingstöcken gehen auf einem breiten Kiesweg durch goldbraune Alpwiesen auf einen mächtigen, schneebedeckten Berggipfel zu
Erhöhter Blick auf den tiefblauen Bachalpsee mit Sonnenlichtreflexen, goldbraunen Uferhängen und der schneebedeckten Schreckhorngruppe im Hintergrund bei Nachmittagslicht
Zwei Personen sitzen auf einer goldbraunen Alpwiese am Horizont, dahinter ragt ein schroffer, schneebedeckter Berggipfel mit Gletscher in den tiefblauen Himmel
Mountainbiker mit hellgrünem Helm fährt über goldbraune Alpwiese am Ufer des türkisblauen Bachalpsees, vier Wanderer rasten auf einer Landzunge mit Blick auf die felsige Bergflanke
Leicht gekräuselter Bachalpsee in tiefem Blau mit Sonnenlichtreflexen, eingerahmt von goldbraunen Graslandzungen und schneebedeckten Gipfeln mit Gletschern unter wolkenlosem Himmel
Kleiner Moortümpel mit Sonnenlichtreflexen vor goldbraunen Alpwiesen und der schneebedeckten Bergkette mit Wetterhorn und Schreckhorn unter einem Kondensstreifen am blauen Himmel
Weisses Schweizer Haus mit grosser Schweizerflagge am Balkon, umgeben von herbstlich gefärbten Bäumen und dichtem Nebel in Grindelwald
Gebürstetes Metallschild mit Schriftzug First Cliff Walk Top of Adventure und Schweizer Kreuz, dahinter Wanderer auf dem in den Fels gebauten Steg und eine Aussichtsplattform mit Schweizer Flagge
Blick durch einen verwitterten Stacheldrahtzaun mit Holzpfosten auf eine Reihe schneebedeckter Berggipfel unter klarem blauem Himmel, goldbraunes Alpgras im Vordergrund
Dramatischer Blick auf eine mächtige Felswand mit Schneefeldern über einem gleissend weissen Wolkenmeer, darunter ein Bergdorf mit Chalets und Herbstbäumen, Gondelkabel im Vordergrund
Gondelbahn mit Kabine Nummer 120 schwebt über einem dichten Nebelmeer im Tal, dahinter schneebedeckte Gipfel und Tannensilhouetten im Gegenlicht
Werbebanner für Grindelwald-First mit Cliff Walk, First Flieger, Mountaincart und First Glider vor dem Hotel Steinbock und einem mächtigen Berggipfel im Dunst
Bergrestaurant First auf dem Grat mit Besuchern auf dem auskragenden Cliff Walk, dahinter schneebedeckte Gipfel und Gletscher im Nachmittagslicht
Fassade des Hotel Tschuggen Garni in Grindelwald mit dreidimensionaler Beschriftung, grünen Fensterläden, roten Geranien und der Berner Kantonsflagge
Nebeliger Blick auf die Dorfstrasse von Grindelwald mit der orangefarbenen Fassade der Avocado Bar, dem Sportgeschäft Buri Sport und Souvenirläden
Nebelverhangene Dorfstrasse in Grindelwald mit dem beleuchteten Hotel Bernerhof, Passanten und Schweizer Flaggen an einem feuchten Herbstmorgen
Tags: Grindelwald Bachalpsee Berner Oberland Nebelmeer First Cliff Walk Landschaftsfotografie Schweiz Drohnenfotografie Herbstfotografie Jungfrau Region Schweizer Alpen
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